DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung

DIE Zeitschrift 2011/1

Titelblatt der Printausgabe 2011/1

Lernen in Bewegung

Aus der Lernforschung wissen wir: Das Erlernen komplexer geistiger Prozesse bildet das Gehirn anhand von Strategien nach, die es beim Erlernen motorischer Prozesse erfolgreich verankern konnte. Oder anders: Wer gut jongliert, hat gute Chancen, Projekte erfolgreich zu
steuern. Doch dies ist nicht der einzige Zusammenhang von Lernen und Bewegung. Im Heft erwarten Sie Lern-Perspektiven der Neurowissenschaften und der Erlebnispädagogik, die auf körperlicher Bewegung gründen. Daneben darf es aber auch an der inneren Bewegung nicht fehlen. Denn nur die vermag uns aus der »Selbstlähmung« zu führen (Arnold).

INHALTSVERZEICHNIS
Seite
Vorsätze
3
Magazin
6 Berichte, Veranstaltungen, Neue Bücher, Neue Medien
Thema
24
"Der Kopf füllt sich durch die Bewegung"
Im Gespräch mit Manuel Andrack
Brandt, Peter
27 Abstract: Deutsch English
Bewegung formt das Hirn
Lernrelevante Erkenntnisse der Gehirnforschung
Walk, Laura
Bewegung formt das Hirn. Lernrelevante Erkenntnisse der Gehirnforschung
Der Beitrag gibt einen Überblick, welchen Einfluss Sport und Bewegung auf Gehirnprozesse ausüben. Anhand verschiedener Studien konnte gezeigt werden, dass durch Bewegungsformen zahlreiche Anpassungen auf zellulärer, molekularer und neurochemischer Ebene verursacht werden, die emotionale, soziale und kognitive Prozesse beeinflussen. Dabei wird auf die graduellen Unterschiede dieser Zusammenhänge in verschiedenen Lebensaltern verwiesen.
Movement shapes the brain: findings of brain research bearing relevance to learning

This article provides an overview of what influence athletics and movement has on brain processes. Based on several studies, it is shown that various forms of movement cause numerous types of adaptation at the cellular, molecular and neurochemical level which influence emotional, social and cognitive processes. It is also noted that by the same token there are gradual differences in these factors at various ages in life.
30 Abstract: Deutsch English
Den Gedächtnisteppich weben
Zickzack-Bewegungen zwischen Assoziation und Wissen
Schaefer, Gerhard
Der Beitrag stellt mit dem »Zickzack-Lernen« ein didaktisches Konzept vor, das mit einer ständigen Verknüpfung freier assoziativer Lernelemente (sporadisches Lernen) mit fachlogisch strukturierten Inhalten (systematisches Lernen) arbeitet. Im Zuge dieser Zickzack-Bewegung wird ein »Gedächtnisteppich« gewebt, der hohe Lernwirksamkeit verspricht. Das Konzept wird anhand eines Beispiels aus dem schulischen Biologieunterricht vorgestellt, ist aber leicht auf wissensvermittelnde Lehrformen in der Erwachsenenbildung übertragbar. Das Konzept ist auf der Basis hirnbiologischer Forschung entwickelt worden.
Weaving the ‘carpet of memories’: a zigzag movement between association and knowledge

This article presents a didactical strategy in the form of »zigzag learning« which works on the basis of a constant linkage between free associative learning elements (sporadic learning) with a logically structured content (systematic learning). A »carpet of memory« is woven in this zigzag movement which is propitious for learning efficacy. The strategy is presented using an example from school biology class, but can be easily adapted to forms of teaching conveying knowledge in adult education. The strategy has been developed on the basis of brain biology research.
34 Abstract: Deutsch English
Lernen als Weg aus der Selbstlähmung
Arnold, Rolf
Lernen wird im vorliegenden Beitrag als eine Entpuppungsbewegung verstanden, in der der Mensch eigene Muster in Bewegung bringt. Diese Bewegung wird an einem Beispiel südamerikanischer Gewerbetreibender erhellt. Besondere Aufmerksamkeit erfährt im Beitrag das die Lernbewegung Hemmende: Erfahrungen, Erinnerungen, Gefühle. Der Schlüssel zur Überwindung der Selbstlähmung ist gezielte gedankliche Selbstbeobachtung, die der Autor als Spielart emotionaler Selbstkompetenz begreift. Für die Pädagogik stellt sich einmal mehr die Herausforderung, das Gelingen der individuellen Entpuppung zu ermöglichen.
Learning as a way out of »self-paralysis«

In this article learning is understood as an ‘emergence’-like movement in which people put their own patterns of learning into movement. This movement is illustrated using the example of South American businessperson. Special attention is devoted in the article to the learning movement is inhibited by: experiences of the past, recollections and emotions. The key to overcoming this ‘self-paralysis’ is a method of targeted cognitive self-observation which the author understands as a variation of individual emotional competence. For the area of education, this once again poses the challenge of making it possible for individuals to successfully ‘emerge’.
37 Abstract: Deutsch English
Bewegung und Erlebnis als Nährboden des Lernens
Heckmair, Bernd; Michl, Werner
Aus der Perspektive der Erlebnispädagogik entwerfen die beiden Autoren die Skizze einer erlebnis- und handlungsorientierten Praxis der Erwachsenenbildung. Dabei beziehen sie sich ausführlich auf die hirnbiologisch bestätigte These, dass der Körper der eigentliche Ort menschlichen Lernens ist. Damit gelingt es ihnen, die Lernfreundlichkeit didaktischer Settings zu begründen, die stark auf Körpererfahrung in Natur und Gemeinschaft beruhen.
Movement and experience as the breeding ground of learning

From the perspective of experiential pedagogic the two authors develop an outline for experience and action-oriented practice in adult education. They examine in detail the hypotheses confirmed by brain research that the body is the actual site of human learning. This allows them to create the basis for a didactical setting conducive to learning which is heavily based on physical body-related experience in nature and in the community.
44 Abstract: Deutsch English
Der vergessene Wanderstock
Ein Fundstück aus dem Nachlass von Franz Pöggeler
Heuer, Klaus
Der Beitrag stellt ein Objekt aus dem historischen Archiv des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung vor, ein Wanderstock, der mit Robert von Erdberg, Walter Hofmann und Rudolf Reuter unter Protagonisten des »Hohenrodter Bundes« weitergegeben worden ist und über den Nachlass von Franz Pöggeler aufgefunden wurde. Anhand der Weitergabe dieses Objekts lassen sich Kontinuitäten in der Geschichte der Erwachsenenbildung nachzeichnen.
The forgotten walking stick. A find from the legacy of Franz Pöggeler

This article presents an object from the historical archive of the Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – a walking stick which has been passed down by Robert von Erdberg, Walter Hofmann and Rudolf Reuter among the protagonists of the »Hohenrodter Bund« which was found in the legacy of Franz Pöggeler. By tracing how this object was handed down, it is possible to illustrate continuities in the history of adult education.
Forum
46 Abstract: Deutsch English
Concept Maps im Lehr-Lern-Kontext
Fürstenau, Bärbel
Unter Concept Maps versteht man zweidimensionale Strukturdarstellungen von Wissen oder Informationen in Form eines Netzwerkes. Der Beitrag erläutert das Prinzip Concept Map, auch in Relation zur Mind Map, und fasst Ergebnisse der Lern-Lern-Forschung zu deren Einsatz zusammen. Die Leser/innen erfahren, zu welchen Zwecken Consept Maps eingesetzt werden können (z.B. Wissensdiagnostik), wie ihre Lernwirksamkeit eingeschätzt wird und welche Faktoren diese erhöhen können.
Concept maps in the teaching-learning context

Concept maps are understood to mean two-dimensional structural presentations of knowledge or information in the form of a network. This article explains the principle of the concept map, including in relation to the mind map, and sums up results of teaching-learning research for its use. Readers find out what purposes concept maps can be used for (e.g. knowledge diagnostics), how their learning efficacy is assessed and what factors can boost this.
Nachwörter