DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung

DIE Zeitschrift 2014/2

Titelblatt der Printausgabe 2014/2

Gesundheit

Gesundheit ist nicht nur dann ein Thema, wenn es an ihr mangelt. Erwachsene hegen und pflegen sich (und ihre Kinder) mehr denn je, um ihre Gesundheit zu erhalten. Auf der anderen Seite haben psychische Störungen und stressbedingte Belastungen in den letzten Jahren stark zugenommen. Welche Fähigkeiten und Kenntnisse erfordert eine Lebensweise, die Gesundheit fördert? Wer vermittelt die? Welche Leitkategorien eignen sich für eine theoretische Begründung von Gesundheitsbildung? Sondierungen vom aufgeklärten Patienten bis zum ängstlichen Volk.

DOI 10.3278/DIE1402W

INHALTSVERZEICHNIS
Seite
Vorsätze
3
Magazin
6 Berichte, Veranstaltungen, Neue Bücher, Neue Medien
Thema
20
Stichwort »Gesundheit«
Brandt, Peter; Dierks, Marie-Luise
22
»Hauptsache Gesund«?
Mit dem Theologen Pater Römelt im Gespräch über Gesundheit und Lebenskunst
Brandt, Peter; Römelt, Josef
25 Abstract: Deutsch English
Biografie und Leib zusammendenken
Theoretische Eckpunkte für eine moderne und ganzheitliche Gesundheitsbildung
Alheit, Peter; Nittel, Dieter
Der Beitrag entfaltet »Biographie« und »Leib« als Kategorien, mit denen eine ganzheitliche Gesundheitsbildung theoretisch begründet werden kann. Zugleich eröffnen die Begriffe erwachsenenpädagogische Möglichkeiten, die von einer Didaktik der Gesundheitsbildung ausbuchstabiert werden können. An »Biographie« und »Leib« treffen Wissens- und Erfahrungsdimensionen lernhaltig aufeinander.
The report unfolds »biography« and »body« as categories for explaining holistic health education theoretically. At the same time, these terms open up adult educational opportunities, which can be defined by health educational didactics. Dimensions of knowledge and experience meet on an educational level in »biography« and »body«.
29 Abstract: Deutsch English
Gesundheitskompetenz
Modellbildung und empirische Modellprüfung einer Schlüsselqualifikation für gesundes Leben
Lenartz, Norbert; Rüdinger, Georg; Soellner, Renate
Der Beitrag beschreibt ein Strukturmodell von Gesundheitskompetenz bestehend aus Basisfertigkeiten und weiterentwickelten Fertigkeiten, die sich wiederum auf eine perzeptiv-motivationale und eine handlungsorientierte Ebene beziehen. Im Unterschied zur health literacy ist das Modell vom klinischen Kontext abgelöst und als Lebenskompetenz für Gesundheit angelegt. Der Beitrag wirdmet sich auch der empirischen Überprüfung des Modells sowie der Frage, wie die Kompetenz erworben werden kann.
The article depicts a structural model of health competences consisting of basic and developed skills, which refer to a perceptive-motivational as well as activity-based level. As a contrast to health literacy, the model is detached from the clinical context and intended as a life competence for health. The article also focuses on the empirical model review as well as on the issue of how to acquire competences.
33 Abstract: Deutsch English
Gesundheitsrisiken verstehen: ein Bildungsproblem
Überlegungen zum risikokompetenten Bürger
Bodemer, Nicolai
Statistisches Denken ist eine Kernkompetenz des mündigen Bürgers, der fähig ist, informiert über seine Gesundheit zu entscheiden. Zugleich unterminieren die mangelnde Fähigkeit im Umgang mit Statistiken sowie die intransparente Kommunikation von Risiken das Ideal des aufgeklärten Bürgers. Bildungsprogramme müssen daher grundlegende Konzepte im statistischen Denken vermitteln und den Bürger direkt sowie via Mediatoren mit jenen Werkzeugen ausstatten, die informierte Entscheidungen ermöglichen.
Thinking in statistical patterns is a core competence of the responsible citizen, who is capable of making informed health decisions. At the same time, a lack of statistical skills as well as non-transparent communication of risks undermines the ideal of an enlightened citizen. Thus, educational programmes are responsible for imparting basic concepts of statistical thinking as well as equipping citizens directly and via mediators to enable informed decisions.
36 Abstract: Deutsch English
Gesundheitsbildung
Leistung, Herausforderungen und Chancen heute
Völkening, Gertrud
Der Beitrag liefert einen Überblick über die Akteurslandschaft der Gesundheitsbildung. Im Fokus steht der öffentlich geförderte Bereich mit seinen aktuellen Herausforderungen, etwa der Altersstruktur der Teilnehmenden, aber auch mit seinem Leistungsspektrum und seinen Qualitätsstandards.
The article provides an overview of the constellation of stakeholders in health education. It focuses on the publicly funded section and its current challenges such as the participants' age pattern, as well as the range of services and the relating quality standards.
39 Abstract: Deutsch English
Gesundheitslernen in betrieblichen Maßnahmen der Prävention
ReSuDi - Ein Beispiel aus der Praxis
Busch, Christine
ReSuDi ist ein innovatives, betriebliches Präventionskonzept für un- und angelernte Beschäftigte, die in Deutschland zunehmend Migrant/inn/en sind. Der Zugang zu dieser schwierig zu erreichenden Zielgruppe erfolgt in ReSuDi über Multiplikatoren, die im alltäglichen Arbeitsumfeld auf die Beschäftigten einwirken und so Lernprozesse initiieren und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen erwirken können. ReSuDi ist ein organisationsumfassendes Programm, d.h. alle Hierarchieebenen sind einbezogen und es werden personen- und bedingungsbezogene Interventionsziele verfolgt, wodurch der Transfer und die Nachhaltigkeit der Effekte gestärkt werden. ReSuDi ist in verschiedenen Betrieben erfolgreich evaluiert worden.
ReSuDI is an innovative company prevention concept for semi-skilled and unskilled employees, who, in Germany, increasingly have a migrational background. Due to the difficult access to this target group, ReSuDi involves multipliers, who can influence the employees during their daily working routine. As a result, they are able to initiate learning processes and improve the working condition. ReSuDi is a comprehensive organisational programme, i.e. all hierarchy levels are included and personal and conditional intervention objectives are pursued to enhance the transfer and sustainability of effects. ReSuDi has been evaluated successfully in various companies, thus revealing the correlation between success and the quality of process monitoring.
Forum
43 Abstract: Deutsch English
Abschied vom Lesen und Schreiben?
Ein Zwischenruf
Diekmann, Knut
Ausgehend von der Entwicklung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien hinterfragt der Autor die Bedeutung von Lese- und Rechtschreibfähigkeiten für die Teilhabe an Gesellschaft und Arbeitsmarkt. Diese sieht er zunehmend ersetzt durch auditive und visuelle Formate, wie Spracherkennung oder Piktogramme. Vor diesem Hintergrund ruft er dazu auf, die Gestaltung der sogenannten Smart technologies als Schlüssel zum Umgang mit mangelnden Lese- und Schreibfertigkeiten wahrzunehmen und dementsprechend zu gestalten.
Based on the development of modern information and communication technologies, the author tries to get to the bottom of the significance of reading and writing skills for the participation in society and the job market. He recognises a growing replacement by auditive and visual formats such as voice recognition and pictograms. Against this background, he calls for the recognition of developing smart technologies as the key for handling insufficient reading and writing skills.
45 Abstract: Deutsch English
Chancengleichheit der Geschlechter?
Der Zusammenhang von Geschlecht, Elternschaft und Weiterbildungsteilnahme
Friebel, Harry
Der Autor geht der Frage nach, ob die Chancengleichheit der Geschlechter in der Weiterbildungsteilnahme erreicht wurde. Er geht davon aus, dass diese sich nur beantworten lässt, wenn die lebens- und arbeitsweltlichen Kontexte der Menschen als biografische Regulative der Weiterbildungsbeteiligung berücksichtig werden. Als empirische Datengrundlage dient die Längsschnittstudie „Hamburger Biografie- und Lebenslaufpanel” (HBLP), deren Befunde über den Zusammenhang von Geschlecht, Elternschaft und Weiterbildungsteilnahme in der Tradition der Lebenslaufforschung diskutiert werden.
The author pursues the issue whether gender equity has been achieved in continuing educational participation. According to Friebel, this question can only be answered if the life and work contexts are considered as a biographic regulative of the participation in continuing education. The underlying empirical data is based on the longitudinal study »Hamburger Biografie- und Lebenslaufpanel« (HBLP), in which findings about the correlation of gender, parenthood and participation in continuing education in the tradition of life course research are discussed.
Nachwörter